Zwischenbericht über den Protest gegen die Kuerzung von HEIMAT 3
In einer Mail an Th. Hönemann (heimat123.de) berichtet Dirk Schneider, Initiator der Protestseite “Heimat 3 komplett“, über das Zwischenergebnis seines Engagements für die ungekürzte Ausstrahlung von HEIMAT 3:
Explore posts in the same categories: Aktuelles, Heimat-3, Heimat-der-Film“(…) weit über 300 UnterstützerInnen haben sich bisher bei mir gemeldet, von denen nicht alle (…) öffentlich genannt werden möchten. Entweder weil sie beim Sender oder der ARD arbeiten, weil sie prinzipiell nicht ihren Namen im Internet veröffentlichen wollen oder weil sie von Aufträgen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens abhängig sind als Schauspieler, Autoren, Techniker usw., eine -wie ich finde- sehr bedenkliche Tatsache, denn das kommt einem Maulkorb aus ökonomischen Zwängen gleich. Würden wir in einem anderen System leben, so wäre von Zensur die Rede. (…)
Auf mein im Internet schon veröffentlichtes Protestschreiben an den SWR-Intendanten Herrn Voß hin meldete sich bei mir Ende Oktober nicht Herr Voß, sondern der SWR-Fernsehdirektor Bernhard Nellessen und begründete die Kürzung folgendermaßen:
“Ihre Kritik an der Ausstrahlung der Fernsehfassung von „Heimat 3″ ab dem 15.12.2004 im Ersten muss ich allerdings zurückweisen. Es handelt sich bei den sechs ca.90-minütigen Filmen nicht um eine gekürzte, sondern um die von Anfang an mit Herrn Reitz verabredete und vertraglich festgelegte Fassung.”
Dies verschweigt allerdings, daß die von Edgar Reitz vorgelegte und im Kino veröffentlichte Fassung auf Drängen der ARD (nicht den ausländischen Geldgebern) hin gekürzt werden mußte, die auf diesem 90-Minuten-Format bestanden, trotz aller dadurch entstehenden dramaturgischen Unsinnigkeiten. Auch erhielt ich keine Antwort darauf, warum andere Formate das “heilige Programmschema” regelmäßig sprengen dürfen, der Heimat 3 dies aber in vergleichsweise minimalem Rahmen nicht gestattet wurde (denn es geht hier nicht um täglich stundenlanges Überziehen).
Dagegen schreibt Nellessen weiter: “Bei der redaktionellen Abnahme haben die betreuenden Redakteure Dr. Mack (SWR) und Stamann (MDR) größten Wert darauf gelegt, dass das Werk von Edgar Reitz nicht in seinen dramaturgischen Spannungsbögen sowie in dem essentiellen Figurenpersonal beschnitten wurde.”
Dies kann allerdings nicht gelingen, wenn man die gekürzte Version mit der ungekürzten Version vergleicht, unverständliche Brüche sind unvermeidbar und werden beim aufmerksamen Zuschauer zu negativer Kritik führen. Und zudem wird verschwiegen, daß aus unverständlichen Gründen besonders die Redakteure auf einer Verstümmelung der Kürzung bestanden, was verschiedene Beteiligte immer wieder bestätigten und ungewöhnlich ist, denn sonst kämpfen diese um jede Sendeminute. Hier liegt der Verdacht nahe, daß besonders die freie und selbständige Produktion von Edgar Reitz zu gewissen Problemen im öffentlich-rechtlichen Bürokratensystem geführt hat.
Positiv ist natürlich die Sendezeit um 20.15 Uhr, was Herr Nellessen auch erwähnte: “Bei der Platzierung von „Heimat 3″ im Weihnachtsprogramm 2004 im Ersten bestand unser Hauptinteresse darin, dieses monumentale Werk möglichst vielen Zuschauern zugänglich zu machen. Dies gelingt uns am besten durch eine Ausstrahlung zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr.” Da stimme ich mal uneingeschränkt zu!
In den nächsten Tagen werde ich einen überarbeiteten Protest mit allen neu hinzugekommenen UnterstützerInnen an den SWR versenden und gleichzeitig verschiedene Redaktionen darüber informieren. Der Protest geht also weiter, auch mit Beginn der Ausstrahlung bleibt die Verstümmelung einer schon bezahlten Produktion eine künstlerische Kastration, die Herr Reitz auch noch selbst finanzieren mußte, was sicher ein erniedrigendes Gefühl sein muß.